Workshop Horst Lehner

Im Dezember 2017 und im Jänner 2018 war Horst Lehner (Experte für schulische Gewaltprävention), im Rahmen des „Sozialen Lernens“, wieder an der NMS Fieberbrunn und hielt in allen zweiten Klassen einen Vortrag. Horst Lehner ist seit 35 Jahren Kriminalbeamer beim Landeskriminalamt Tirol. 14 Jahre war er als verdeckter Ermittler tätig. In dieser Zeit verschärfte er seinen Blick für sein Gegenüber, er wurde „schnell im Schauen“ und lernte so, Menschen sehr gut einzuschätzen.

 

Horst Lehner hält seit 10 Jahren Vorträge und bietet Projekte zur Gewaltprävention an. Über 1000mal war er bereits in Schulklassen und versteht es ausgezeichnet, Schülerinnen und Schüler Einblick in das Thema Mobbing zu verschaffen. Sichtlich berührt von der Vorgangsweise beim „Vortrag“ von Herrn Lehner wurden die Kinder auf dieses Thema sensibilisiert. Er ist davon überzeugt, „dass jede und jeder das Recht hat, sich in der Klasse wohlzufühlen.“

 „Mobbing ist eine gruppendynamische Prozess. Die Täter brauchen Publikum“, erklärt Lehner. Sie wollen also zum Beispiel die Lacher auf ihrer Seite haben. Der Referent zeigt auch gleich vor, wie das funktioniert. Scheinbar Außenstehende wirken dabei als Verstärker oder Assistenten.

 Obwohl  Horst   Lehner  viele  schreckliche  Dinge  gesehen hat, ist er überzeugt, dass  98% der   Kinder„Sonnenscheinkinder“ sind. Trotzdem leiden besonders  in  Schulen Kinder unter Sticheleien und Ausgrenzung  und können sich der Situation kaum entziehen. Der Leidensdruck der Kinder ist groß, meist auch das Ohnmachtsgefühl der Erwachsenen. Das Wichtigste bei Mobbing ist, die Täter zu stoppen und die Opfer zu schützen. So früh wie möglich anzusetzen macht die Sache leichter. 

Die Schülerinnen und Schüler der 2b haben diesen Vortrag eindrucksvoll mündlich und schriftlich reflektiert. Nicht nur die Jugendlichen, sondern auch Erwachsene sollen diese Gedanken zum Nachdenken anregen.

„Ich habe viel nachgedacht. Es war eine Art Zeitreise ins letzte Jahr und zurück zur Volksschule.Ich glaube, alle die damals in meiner Klasse waren, dachten an einen Jungen, der nicht war wie wir. Es ist viel passiert. Als sich alle selbst einschätzen mussten, fiel mir einiges auf: entweder sie lügen, oder sie können sich nicht erinnern, oder aber auch, sie WOLLEN sich nicht erinnern! Ich hätte nie gedacht, dass so schnell Mobbing entstehen kann. Aber ich war auch ein bisschen entsetzt! Ich kann einfach nicht verstehen, warum gemobbt wird! Etwa aus Macht, die ausgenützt wird, um anderen zu schaden? Aus Hass oder vielleicht aus Angst?“„Wenn man gemobbt wird, dann sollte man sich Hilfe suchen, denn alleine steht man das nicht durch. Gib dir die Schuld nicht selber, denn du kannst nichts dafür. Wenn jemand ausgeschlossen wird, schließ ich ihn nicht aus, sondern versuche, ihm beizustehen. Das Problem ist, dass man helfen will, sich aber nicht traut, somit könnte man selbst gemobbt werden. Jeder ist etwas Besonderes!“
„Mobbing ist ein ernst zu nehmendes Thema. Mobbing kann sehr schnell zu Aggressionen und Depressionen führen. Mobbing zerstört Kindheiten! Man darf nie über Mobbing-Opfer lachen! Man sollte es immer einem Erwachsenen sagen, wenn man jemanden sieht, der gemobbt wird oder man selber.“„Ich wurde gemobbt, aber es wurde dann wieder besser. Es ist nicht leicht, ein Opfer zu sein. Es tat mir damals sehr weh und ich leide immer noch unter der Angst, dass es wieder passiert. Jetzt weiß ich wie man sich wehren kann. Ich bin mir sicher, so etwas lass ich nicht mehr zu. Jeder ist etwas Besonderes!“
„Ich weiß ab jetzt genau, wie Mobbing anfängt und auch enden soll. Mobbing ist sehr gemein. Oft sind es am Anfang nur Beleidigungen und später widerliche Gemeinheiten.“„Ich habe gelernt, dass ich aufhöre zu mobben. Besonders schlimm war es in der Volksschule. Es tut mir sehr leid! In meinen Hintergedanken habe ich Angst, dass ich auch einmal gemobbt werde.“
„Es war sehr interessant. Es wurden viele Fangfragen gestellt. Wir mussten viel nachdenken. Wir haben viel dazu gelernt, zum Beispiel wie Mobbing entsteht. Wir haben traurige Situationen miterlebt.“„Ich habe jetzt ein komisches Gefühl in mir. Ich finde es gut, dass man einmal über dieses Thema geredet hat. Ich hoffe, es wird sich etwas Großes tun, damit sich endlich mal jeder in der Klasse wohlfühlt! Danke für diese zwei Stunden!“

Kennenlerntag 2017

Für 54 Schüler und Schülerinnen begann im September ein neuer Lebensabschnitt. Mit dem Übertritt von der Volksschule in die NMS mussten alle viele neue Eindrücke verarbeiten. Um den Start ein wenig zu erleichtern, findet schon seit einigen Jahren an der NMS ein Kennenlerntag statt, der gemeinsam mit den drei KVs und drei Schulsozialpädagogen gestaltet wurde.

Alle drei ersten Klassen starten diesen Tag mit einem gemeinsamen Frühstück, das von Barbara und Traudi hervorragend vorbereitet wurde. Mit dem Frühstück beginnt aber schon die erste gruppendynamischen Übung: Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich nicht nach eigener Vorstellung einen Platz im Speisesaal aussuchen, sondern sie werden durch Zufallsprinzip in „Familien“, bestehend aus 5 Personen, eingeteilt.

Weiter ging es dann in den Turnsaal. Dort wurde die nächste Übung durchgeführt. Nach Anweisung mussten die Schüler und Schülerinnen Gruppen zwischen 3 und 6 Personen bilden, die nur mit ganz bestimmten Körperteilen den Boden berühren durften. So entstanden sehr kreative „Körperbauwerke“.

Nach diesem gemeinsamen Teil gingen die Schüler und Schülerinnen klassenweise in ihre Stammklasse um dort den restlichen Vormittag nach individueller Gestaltung mit den Klassenvorständinnen und einem Schulsozialpädagogen bzw. einer Schulsozialpädagogin zu verbringen. Vom „Kennenlernformular“ und unterschiedlichen „Kennenlernspielen“ bis hin zu einem „Klassenplakat“ war alles möglich.

Sozialpädagogik an der Hauptschule

Seit dem Jahr 2010 sind an der NMS, damals noch Hauptschule, Fieberbrunn zwei Sozialpädagogen tätig. Von Anfgang an dabei war Christ Wanko aus Innsbruck (Dipl. Sozialpädagoge, Lebens- und Sozialberater, Suvervisor, ambulanter Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe), seit 2014 Astrid Müller aus St. Ulrich (Dipl. Sozialpädagogin, Schulsozialpädagogin, Heilpädagogische Betreuerin).

Mit diesem Projekt, das gemeinsam mit dem Institut für Sozialpädagogik in Stams entwickelt wurde, betrat man in Tirol Neuland. Vom Anfang bis jetzt gab es viele Weiterentwicklungen, mittlerweile kann die Anwesenheit der Schulsozialpädagogen als feste Instanz angesehen werden, die sich sehr gut etabliert hat.

IM Fach "Soziales Lernen" in den ersten und zweiten Klassen arbeiten Astrid und Chris gemeinsam mit den Klassenvorständen und den Schülerinnen und Schülern. Dabei geht es um unterschiedliche Themen, die den Bedürfnissen der jeweiigen Situation angepasst werden. Zur Bearbeitung der Inhalte werden unter anderem die Methoden der Kommuniation, des Spieles, der Reflexion, der Theaterpädagogik und der Erlebnispädagogik eingesetzt.

Zusätzlich sehen sich die Schulsozialpädagogen als Berater von Schülern und Eltern - auch dieses Angebot wird gerne wahrgenommen.

In den letzten Jahren hat sich der Kennenlerntag für die ersten Klassen sehr gut bewährt. Einen ganzen Vormittag lang haben die Schülerinnen und Schüler Zeit, sich sowohl in der Klasse als auch klassenübergreifend durch unterschiedliche Spiel und Aufgaben besser, und von einer anderen Seite, kennen zu lernen.

Vortrag Horst Lehner

Am 31.05.2017 konnte Horst Lehner (Experte für Gewalt- und Mobbingprävention) für einen Vortrag zum Thema „Mobbing unter Kindern und Jugendlichen“ gewonnen werden. Ca. 60 interessierte Zuhörer und Zuhörerinnen folgten den wichtigen, oft genug tot geschwiegenen, Ausführungen zu diesem Thema.

Zum einen ging es in diesem Vortrag darum, ab wann überhaupt von Mobbing gesprochen werden kann und zum anderen, welche Möglichkeiten es gibt, diesen Prozess zu unterbrechen, zu stoppen.

Die Konsequenzen und das Leid der Opfer von physischer, aber auch von psychischer und verbaler Gewalt, wurden ungeschönt aufgezeigt. Horst Lehner las unter anderem den Brief eines 10jährigen Jungen vor, der die Anwesenden nicht nur berührte, sondern auch sehr betroffen machte.

Damit Mobbing überhaupt funktionieren kann, braucht es mehrere Personen. Horst Lehner konnte  den Zuhörern anschaulich darstellen und erklären, wie dieser Prozess funktioniert. Immer wieder wurden während des Vortrages Fragen gestellt, die der Referent sofort beantworten konnte.

Ziel dieser Veranstaltung war, die Gruppendynamik, die hinter Mobbing steht, zu erklären und mehr Sensibilität für dieses brisante Thema zu bekommen.  Die Rückmeldungen der Anwesenden (Großteils Eltern) zu diesem Vortrag, waren durchwegs positiv. 

Themenbeispiele 2. Klassen, Schuljahr 2016/17

Konflikte

Ein Thema, das in den 2. Klassen im Fach SOL behandelt wird, ist „Konflikte“. Fragen wie:

     

  • Was ist ein Konflikt?
  • Wie entsteht ein Konflikt?
  • Wie können Konflikte geregelt werden?

wurden gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen auf unterschiedliche Art und Weise (Placemade-Methode, Theaterpädagogische Übung) erarbeitet.

Teamwork und Kooperation

Teamfähigkeit ist ein wichtiger Bestandteil im (Berufs-)Leben. Spielerisch sollen die Schüler und Schülerinnen erfahren, dass es für die Lösung bestimmter Aufgabenstellungen von Vorteil ist, im Team zu arbeiten.

Aufgabe 1: im Team aus vorgegebenen Materialien (Blätter Papier, Strohhalmen, Klebestreifen) einen Turm zu bauen

Aufgabe 2: im Team einen Tennisball (mithilfe eines Ringes und Fäden) auf ein Flasche zu transportieren

Kennenlerntag 2016

Sozialprojekttag 2012